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La Vérité sortant du puits
Das Tagesbewusstsein ist die Alltagswahrnehmung zwischen den Bewegungen der Transzendenz. Die Transzendenz ist die Erfahrung des Übergangs, die uns von einer fragmentierten, anhaftenden Objektwahrnehmung zurückführt in eine freie Wahrnehmung der gleichartigen, vollen Leere.
Jedes alltägliche Bewusstsein funktioniert wie ein eigener, ganz individueller Filter. Über diesen Filter und unsere Sinne strömen ununterbrochen alle Eindrücke der Außenwelt auf die Innenwelt und zurück und setzen sich zu einem einzigartigen Spektrum zusammen. Durch das Hereinbrechen der Transzendenz wird dieser feste Filter, dieser Organismus, dynamisch verändert, gereinigt und zersetzt. Die Sinneswelt und ihre gesammelten Objekte lösen sich darin langsam auf. Je tiefgreifender diese Erfahrung ist, desto intensiver ist der Zerfall der eigenen Anteile in den Momenten des Übergangs.
Begleitung für
Erwachsene
Entfaltung für
Kinder

Wer tief taucht, lernt die Extreme des Menschseins in Rekordzeit kennen. Suchende sind im Leben diejenigen, die sich oft mit ihrer Herzenskraft über ihre Sinne durch die Widerstände der Familie, Hierarchien, des eigenen Nervensystems, Introjekte, kollektiven Herausforderungen und Gefühle winden. Sie erleiden hochgradige Rückschläge, Seitenhiebe, Verrat, Manipulationen aller Art, körperliche Schmerzen und Schicksalsschläge, nutzen sie aber, um sich immer wieder nach innen zu kehren und für die Öffnung zu entscheiden, das ist die Wahl, die wir haben.
Unser unantastbarer Kompass, der über allem steht, ist unsere eigene Mitte. Durch das Wahrnehmen dieser und die Bereitschaft, uns dem Unbekannten ganz hinzugeben, können wir in Richtung Frieden schreiten und Phänomene und Einblicke in die Welt erleben, die uns zuvor vorenthalten schienen. Früher oder später erkennt das Sein, dass es durch die Innenschau leichter wird und auch scheinbar Unüberwindbares zerfällt. Die meisten Menschen sind sehr treu und loyal, die Frage ist nur: wem und was gegenüber? Wem schenkst du deine Lebensenergie und warum? Nutzt du deine Energie, um zu verbergen oder zu offenbaren? Bist du auch offen für die wahre Tabu-Arbeit in dir? Was willst du wirklich?
Mit dieser Erkenntnis wendet sich das Blatt. Aus Loslassen wird Finden, aus Verraten werden wird Erkennen. Aus Manipuliert werden wird Gelegenheit. Immer tiefer sinken wir in unser Herz hinein. Wir trennen uns von den Dingen und Menschen, die uns von uns wegziehen wollen. Vom inneren Kern aus kann uns niemand mehr wegtragen, und auch wir tragen nun niemanden mehr von sich weg, weil wir wissen, dass jeder Mensch nur dort seinen Frieden finden wird.

Die Welt wird aus dem Absoluten erschaffen und im Relativen gespiegelt. Dieses Gesetz formt unsere Welt und darf im eigenen Organismus gemeistert werden. Diese Erkenntnis dringt in Wellen erneut in das Bewusstsein der westlichen Kultur ein, die sehr stark an der äußeren Erscheinung der Welt und auch am rein Geistigen hängt, obwohl sie eine große Weisheit in der Naturheilkunde und der weiblichen Urkraft besitzt.
Diese Offenbarung findet allerdings biochemisch statt. Spiritualität ist ganzheitlich und bezieht alle Kulturen der Erde in ihre Entwicklung mit ein. Diese dürfen respektvoll und kinderleicht miteinander verwoben werden und verfließen, weil wir eins sind und uns gegenseitig in unserem kulturellen Potenzial unterstützen, ergänzen und schützen. Die Kundalini vollendet die Herzintegration auf unserer Erde. Sie will nicht, dass wir die Welt verleugnen; sie will, dass wir die Biologie des Körpers und die Kunst und die Musik, die Geburt und die Jahreszeiten, die Zerstörung des Alten und das Alltägliche als ihren heiligen Tempel erkennen und erfühlen. Jede Person soll alles einmal sein dürfen! Das ist das Leben. Deswegen ist der Weg nach Hause genauso individuell wie der Weg von dort weg. Eine gesunde Kultur zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich an eine ausgewogene Integration von Geist, Körper und Herz gewöhnt und die Offenheit entwickelt, in Einheit mit Stille und Bewegung zum Leben zu finden.

Schon als Kind ist es Anne nicht möglich, die typische Anpassung an die normale Alltagswelt zu vollziehen; sie „schläft nicht richtig ein“. Stattdessen verbringt sie ihre Kindheit in einem ständigen, extrem irritierenden Wechselbad: Sie pendelt ununterbrochen zwischen der normalen, dualen Realität und einem Zustand absoluter, formloser Präsenz hin und her und erlebt im Alter von fünf Jahren ihre ersten Transzendenzerfahrungen und danach immer wieder schmerzhafte soziale und innerliche Aufbruchsphasen über 30 Jahre hinweg. Was damals eine tiefe Verunsicherung auslöst, erweist sich rückblickend als eine frühe, intensive Schulung ihrer Wahrnehmung der absoluten und relativen Welt.
Auf der Suche nach einem Kanal für ihre Wahrnehmung beginnt sie früh zu malen und im Textillabor sowie als Goldschmiedin zu arbeiten. Hier lernt sie die kompromisslose Arbeit mit physischen Materialien kennen. Sie absolviert ein Studium der Kunsttherapie. In ihrer Arbeit konfrontiert sie sich täglich mit Sucht, Schizophrenie, Autismus und anderen psychischen und körperlichen Erkrankungen unserer Gesellschaft und studiert den Umgang mit den jeweiligen Formen des Körperempfindens und den unterschiedlichen Filtern des Tagesbewusstseins. Die künstlerische Begegnung mit Menschen aller Art wird zu einem tiefen Spiegel des Menschseins, während sie zugleich ihr eigenes Innenleben immer tiefer erforscht.
Weil die Strukturen der therapeutischen Institutionen für ihr Innenleben zu eng werden, wechselt Anne in die freie Kunst und Performance. Sie lässt das Werkzeug und das Metall hinter sich und nutzt stattdessen ihren eigenen Körper, rohe Emotionen und die unmittelbare Begegnung mit ihren eigenen Körpergefühlen, was ihre Arbeit zunehmend spontaner werden lässt.

2022, Satori
Das jahrzehntelange Pendeln aus ihrer Kindheit findet ein schlagartiges Ende. Sie erfährt ein tiefgreifendes, blitzartiges und dauerhaftes geistiges Erwachen, das ihren bisherigen Zustand radikal aufbricht.
Erwachen der Kundalini. Es folgt eine sehr intensive biochemische Auseinandersetzung mit den Chakren, dem Nervensystem, der Ernährung, mentaler und körperlicher Transzendenz, Einsichten, Visionen und Umbrüchen über 3 Jahre.
Die Jahre der Nacht, der Isolation und der Selbsterforschung führen sie nun in dauerhafte Stabilität.
Integrationsphase des Nervensystems und systemische Integration rücken in den Mittelpunkt. Es geht um das vollständige Ankommen. Verlust der Anhaftung an alle Objekte.

Eine Art der Bewegung zeigt sich bei Kindern, die bereits mit der Geburt im Absoluten verankert sind und bei denen sich keine vollständige Ego-Struktur aufbaut. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie tief in sich sinken können und eine natürliche Liebe sowie eine furchtlose Verbindung zu ihrem Ursprung haben. Sie verstehen die Suche nach dem Göttlichen nicht, sondern versuchen sich maßgeblich in der relativen Welt zurechtzufinden, also genau andersherum, wie eher Erdgebundene den Weg der Läuterung erleben.
In der harten, irdischen Welt wirken sie jedoch oft verletzlich, fragil oder nicht selbstbewusst, abgedriftet und unsicher, aber auch weise und auf irgendeine Art stabil in ihrem Tiefgang und in Verbindung zur Natur. Sie erleben ihr Dasein wie eine Art Spaltung, bei voller Ausprägung ihrer Sinneswahrnehmungen und des Zeugen Bewusstseins. Hochsensible und hellsichtige Kinder haben eine immense Feinjustierung ihrer Sinne. Obwohl sie ihre ganze Reise noch vor sich haben, müssen sie täglich mit einer Vielzahl von Reizen umgehen und zusätzlich das Spektrum ihres Gegenübers wahrnehmen und einbeziehen. Sie genießen es deshalb oft sehr, in ihrem Wahrnehmungsspektrum beantwortet zu werden.

Absolem„Die Frage ist: Wer bist du?“
Alice„Alice.“
Absolem„Wir werden sehen.“